Und Wetter gab es auch wieder: der Juli startete gleich mit der höchsten Temperatur des Jahres (36,1°C). Danach wurde es trübe und nass, erst im August wurde es um die Monatsmitte wieder heiß. Im September gab es einen hochsommerlichen Peak am 20. mit Temperaturen bis zu 30°C. Der Oktober war dann wieder trübe und vor allem gegen Ende nass, was viele Arten zu einer eher pünktlichen Abreise bewegte. Nach einem erst goldenen November gab es ab dem 22. einen markanten Kälteeinbruch.
Insgesamt lagen die Temperaturen dank fehlender Sonne eher im Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Das Vogelleben in dieser Saison gestaltete sich hingegen eher unterdurchnittlich mit relativ niedrigen Zahlen und nur wenigen Highlights außer der Reihe. Folgendes gab es dennoch zu berichten:
Noch nicht im Vorbericht genannte Höckerschwan‑Bruten wurden an der Werra nahe der Innenstadt von Hann. Münden und an der Weser bei Gimte mit jeweils vier Jungvögeln festgestellt.
Der bereits 2024 am Kiessee übersommernde Schwarzschwan hielt sich vom 23. Oktober bis zum 10. November erneut dort auf. Wie im Vorjahr unternahm er Ausflüge in die Leineniederung bei Nörten‑Hardenberg und zum Großen Freizeitsee bei Northeim. In Gandersheim wurde am 6. Oktober nur ein Einzelvogel beobachtet.
Die Höchstzahl Kanadagänse lag bei nur sechs und wurde am 1. November am Seeburger See erreicht.
Ein Hybrid Grau-x Kanadagans trieb sich vom 23. September bis Ende November südlich der Stadt Göttingen mit Graugänsen herum.

Genaues Hinschauen war bei bis zu drei mutmaßlichen Grau‑× Streifengans‑Hybriden erforderlich, die an der Geschiebesperre und an den Northeimer Kiesteichen auftauchten. Laut Jörn Lehmhus sind unter anderem ein hell‑orangefarbener Schnabel mit schwarzem Nagel, helle Wangenpartien und orangefarbene Beine typische Merkmale dieser Mischlinge. Möglicherweise handelt es sich dabei um dieselben Hybriden, die im Februar 2026 am Salzgittersee entdeckt wurden.
Mitte Oktober hielten sich drei Weißwangengänse an der Northeimer Seenplatte auf. Ansonsten gab es im Berichtszeitraum nur dort Einzelsichtungen dieser Art — wie auch rund um Seeburg.
Das regional Maximum mit 1.300 rastenden Tundrasaatgänsen wurde am 15. November im Leinepolder IV erreicht.
Die größte Zahl an Blässgänsen wurde bereits rund zwei Wochen früher, um den Monatswechsel, mit bis zu 900 Vögeln dokumentiert.
Nilgans-Bruten wurden unter anderem im Juli in der Suhleaue bei Rollshausen (3 Juv.), im August an der Fulda in Hann. Münden (5 Juv.) und im Levinschen Park in Göttingen (8 Juv.) festgestellt. Anfang Oktober schlüpften vier kleine Gänse am Denkershäuser Teich.
Bereits im Juli ereignete sich am Flüthewehr ein dramatischer Vorfall: dort überlebte von einer Brut nur ein Küken. Es verbrachte einige glückliche Tage mit seinen aufopfernden Eltern oberhalb des Wehres, bis das NLWKN am 7. Juli das Wehr für Reinigungsarbeiten öffnete. Das Küken gelangte dadurch in ein Becken stromabwärts unterhalb des Wehres — ein Ort, der sich schon in den Vorjahren als Falle für nicht flugfähige Jungvögel erwiesen hatte. Die Eltern waren mit der Situation irgendwie überfordert und blieben weiterhin oberhalb vom geöffnetem Wehr. Das Junge fand schließlich über ein von Mitarbeitern der Stadt Göttingen angebrachtes Brett den Ausgang aus dem Becken. Es kehrte aber nicht zu seinen Eltern zurück, sondern lief weiter flussabwärts und schloss sich dann am nahen Kiessee einer anderen Nilgansfamilie mit vier Jungen am Kiessee an. Das deutlich kleinere Küken hielt als Einzelkind jedoch stets etwas Abstand zu seinen neuen „Geschwistern“.

Bei den Rostgänsen wurden bis auf ein Paar am 31. Juli an der Geschiebesperre überwiegend Einzelvögel beobachtet; neben den üblichen Fundorten auch an der Kiesgrube Reinshof und an den Thiershäuser Teichen.
Rekordverdächtig: am 17. November rasteten 25 Brandgänse auf dem Göttinger Kiessee, gleichzeitig wurden 16 weitere auf dem Großen Freizeitsee gezählt.
Ab Mitte November gab es ungewöhnlich viele Schnatterenten auf dem Seeburger See, ihre Maximalzahl betrug 341. Gleichzeitig hielten sich auch bis zu 433 Blässhühner auf dem Gewässer auf. Etliche davon wurden dabei von Schnatterenten bedrängt, die ihnen aus der Tiefe hervorgeholte Wasserpflanzen abzujagen versuchten. Dabei waren die Enten recht erfolgreich und kamen so an die Nahrung, auch wenn sie nicht so tief tauchen können.
Eine bummelige Knäkente hielt sich im Seeanger noch am 31. Oktober auf, obwohl die Art auf dem Wegzug nur äußerst spärlich aufgetreten ist.
Eine bummelige Knäkente hielt sich im Seeanger noch am 31. Oktober auf, obwohl die Art auf dem Wegzug nur äußerst spärlich aufgetreten ist.
Die im Vergleich zum Vorjahr noch einmal niedrigeren Höchstzahlen von lediglich 20 Tafelenten und 242 Reiherenten stammen beide vom 22. November und dem Großen Freizeitsee. Bruten letzterer fanden in diesem Jahr an folgenden Gewässern statt: Seeanger vier Juv., Böllestau zwei Bruten mit drei und vier Juv., Göttinger Kiessee ein Juv. und an der Werra beim „Letzten Heller“ mit drei Jungvögeln.
Mitte November hielten sich fast 14 Tage lang drei diesjährige Bergenten auf dem Seeburger See lang auf.
Zwergsäger tauchten ab Mitte November in Northeim und Seeburg und auf der Kiesgrube Reinshof auf. Wie in den Vorjahren konnten an der Geschiebesperre Hollenstedt wieder bis zu acht diesjährige Gänsesäger registriert werden, die auf eine wahrscheinliche Brut in der Nähe hinweisen könnten.
Rufende Wachteln wurden leider nur spärlich, aber eigentlich durchgängig bis zum 30. August verhört.
Ein Jagdfasan trieb sich mitten im Ort in Seeburg herum, dort ist er wahrscheinlich am sichersten. Außerdem liegt eine Beobachtung aus Wiershausen im Südkreis vor.
Sichere Bruten des Zwergtauchers, der bei uns nur äußerst selten und lokal brütet, gab es in diesem Jahr nur am Lutteranger (insges. 11 Juv.) und am Lakenteich im Solling (3 Juv.).
Beim Haubentaucher wurde die Zahl der Paare auf dem Seeburger See leider nicht festgehalten. Bei weiteren Bruten sah es recht düster aus. Kiesgrube Reinshof (1 Juv.), Göttinger Kiessee (1 Juv.) und Northeimer Kiesteiche (2 Juv.).
Nur einmal bei ornitho.de notiert wurde ein Ohrentaucher am 30. November auf dem Seeburger See.
Einen Durchzugs-Peak für den Schwarzhalstaucher gab es am 22. Oktober mit 16 Vögeln am gleichen Ort. Sonst liegen nur zwei Beobachtungen für den Seeanger vor.
Vom 18. bis 19. und vom 29. bis 31. Oktober hielt sich ein Sterntaucher am Großen Freizeitsee auf. Auf dem gleichen Gewässer fischte am 30. November dann ein diesjähriger Prachttaucher.
Der seit 2017 immer wieder gerne gesehene Gast aus Rügen, der Kormoran mit dem blauen Ring 2R8, kam bereits Mitte August an den Seeburger See. Dort lag die Maximalzahl der Fischjäger am 21. Oktober bei 193 Vögeln, am Freizeitsee waren es 180. Am viel kleineren Göttinger Kiessee fanden sich immerhin bis zu 82 Vögel am dortigen Schlafplatz auf der Insel ein.

Dauergast ab mindestens dem 28. Juli bis zum Ende des Berichtszeitraums war dann ein kleiner Verwandter des Kormorans, nämlich eine adulte Zwergscharbe. Diese hockte die meiste Zeit in der Auemündung des Seeburger Sees, recht niedrig im Gebüsch über dem Wasser. Tauchgänge fanden häufig dicht am Schilfrand statt, wo der Fischjäger nach kurzer Zeit nicht mehr zu sehen war.
Für den neuen, großen Landkreis Göttingen kann der Bestand des Schwarzstorchs weiterhin als stabil eingeschätzt werden. Der Bruterfolg 2025 war höher als im letzten Jahr. Bekannt geworden sind im Vorharz vier Bruten mit zwölf Jungen.
Ihr raues „Aark“ ließ eine ostwärts ziehende Rohrdommel am 13. Oktober abendlich über Nikolausberg vernehmen. Kurios ist der Fund einer Dommel-Feder am Ende dieses Monats im Ortskern von Rosdorf.
Über NocMig konnten im August über Gö-Geismar und Nikolausberg nächtlich ziehende Nachtreiher nachgewiesen werden. Sonst liegt nur ein einzelner Beleg vom Juli aus dem Raum Dassel vor.
Recht schwach war die Spitze der Silberreiher-Sichtungen: nur 52 wurden bei Salzderhelden und 45 am Seeburger See gemeldet.
Die Art Fischadler wurde in der Zeit vom 7. Juli bis zum 6. Oktober mit insgesamt 66 Sichtungen gerade mal durchschnittlich oft gesichtet.
Der Wegzug von Wespenbussarden dauerte gut einen Monat lang: vom 19. August bis zum 26. September wurden 47 Vögel gezählt.

Viermal gerieten durchziehende Wiesenweihen ins Visier: am 4. August südlich von Sudheim, am 27. August bei Hann. Münden, am 30. August bei Lutterberg und schließlich am 9. September im Seeanger.
Die erste Kornweihe wurde am 6. September im Seeanger gesichtet, dafür verließ die letzte Rohrweihe erst ab dem 31. Oktober unsere Gefilde, ebenfalls vom Seeanger aus.
Seeadler wurden im Berichtszeitraum 59 mal bei ornitho.de gemeldet. Hier wird es immer schwieriger den Überblick zu behalten. So gab es z.B. vor 10 Jahren im Jahr 2015 keine und 2014 nur ganze zwei Meldungen in dem fraglichen Zeitraum. Zwei Einträge betreffen diesjährige Vögel und zwar am 30. August am Seeburger See und am 12. Oktober über Hann. Münden.
Bemerkenswerte 157 Rotmilane, in zwei Trupps zu 45 und 94 Vögeln, zogen am 14. Oktober über Hann. Münden. Der letzte mit mehr als 20 Individuen größere Trupp zog am 27. November über das Flüthewehr in NW Richtung.
Ein über Hann. Münden nach SW durchziehender junger Raufußbussard konnte am 13. Oktober fotografisch belegt werden.
Sechs Merline in der Zeit vom 4. bis 27. November stellen eine durchschnittliche Zahl dar.
Nach dem Einflug von Rotfußfalken im Jahr 2024 gab es 2025 nur an zwei Tagen im September Sichtungen: jeweils diesjährige Vögel wurden am 13. im Leinepolder 2 und am 21. zweimal rund um den Seeburger See gesichtet, wobei es sich möglicherweise um denselben Durchzügler gehandelt hat.
Hinweise auf erfolgreiche Baumfalkenbruten gab es im Göttinger Wald, im Leinepolder Salzderhelden, den Schweckhäuser Wiesen und ganz im Süden an der Landesgrenze nach Hessen.
Die ersten zwei größeren Chargen Kraniche mit fast 6.000 und über 7.000 Vögeln zogen bereits am 13. und 18. Oktober. Der Rest verteilte sich vor allem auf den Zeitraum vom 5. bis 26. November mit insgesamt 16.000 Vögeln. Trotzdem war die Wegzugsaison 2025 nicht gut für die stolze Vogelart: allein in Deutschland verendeten mehr als 15.000 Kraniche an der aviären Vogelgrippe H5N1. Auch im Seeanger gab es wohl einige Opfer zu beklagen.
Die einzige Wasserrallen-Beobachtung, die aus dem üblichen Rahmen fiel, war am 29. September vom Zickenpump, einem kleinen Teich auf dem Kerstlingeröder Feld. Brutnachweise für die heimliche Schilfart sind immer schwierig, es ist aber davon auszugehen, dass es minstestens Bruten in den Bereichen rund um Seeburg, dem Denkerhäuser Teich und dem Leinepolder I gegeben hat.
Brutzeitbeobachtungen vom Wachtelkönig liegen nur für den Leinepolder Salzderhelden vor.
Zweimal gerieten rastende Tüpfelsumpfhühner ins Visier von Beobachtern, einmal im Leinepolder bei Sühlbeck (2. September) und im Lutteranger bei Seeburg (14. September).
Im September hielt sich wahrscheinlich ein Trio junger Kiebitzregenpfeifer längere Zeit im Bereich des westlichen Eichsfeldes auf. Es existieren Einträge von drei diesjährigen mit einem adulten am 7. in der Feldmark Wolbrandshausen und von drei diesjährigen am 29. September im Seeanger.
Neben einzelnen durchziehenden Goldregenpfeifern über dem Diemardener Berg und im Seeanger ist die späte Beobachtung vom 27. November von elf rastenden Vögeln in der Suhleaue bei Seulingen nennenswert.
Um die Jahrtausendwende waren die Kiebitz-Zahlen noch ungefähr viermal so hoch wie heute: Maximaltrupps waren jetzt 350 an der Geschiebesperre und 300 im Seeanger.
Zeitig machten sich Flussregenpfeifer weg vom heimischen Ufer mit der letzten Beobachtung am 11. August an der Kiesgrube Reinshof. Im Gegensatz dazu zog ein diesjähriger Sandregenpfeifer erst wesentlich später bei uns durch, und wurde am 21. Oktober an der Geschiebesperre gesehen.

Alle Jahre wieder streifen durchziehende Mornellregenpfeifer unsere Region rund um die Monatswende von August nach September. Meist aktive Suchen an bereits bekannten Rastplätzen ergaben dann im Zeitraum vom 26. August bis zum 30. August nur vier verschiedene Beobachtungen. Am Wüsten Berg gab es den einzigen Trupp mit 3 Individuen.
Viermal wurden die Trillerrufe von Regenbrachvögeln registriert: im Einzelnen waren das am 12. Juli im Leinepolder II, am 8. August am Seeburger See, am 22. August über dem Wüsten Berg und schließlich am 25. August gegen 4:10 Uhr morgens im Nachthimmel über Gö-Weende mittels NocMig.
Nur 12 Exemplare vom Großen Brachvogel wurden gefunden, was eine ziemlich klägliche Ausbeute ist
Nur an einem einzigen Tag, dem 23. August, zeigte sich eine Uferschnepfe an der Geschiebesperre Hollenstedt.
Meist aufgescheuchte 16 Waldschnepfen gab es vom 29. September bis Ende November. Bei Weende konnten mittels Wärmebildkamera auf einem Acker nahrungssuchende Schnepfen entdeckt werden.
Gezielte Suche nach Zwergschnepfen führte zu einer beachtlichen Anzahl von ca. 80 Vögeln an sechs verschiedenen Orten.
Bekassinen sind meistens ebenfalls recht versteckt, im Seeanger gerieten aber trotzdem eine Höchstzahl von 35 in den Blick der Betrachter und Betrachterinnen.
Die Höchstzahl von 15 Flussuferläufern wurde am 2. August am Göttinger Kiessee erreicht.
Dunkle Wasserläufer waren recht spät unterwegs: maximal wurden acht im Seeanger am 11. Oktober gezählt und der letzte ließ sich noch bis zum 27. des gleichen Monats Zeit.
Vom Rotschenkel gibt es nur drei Beobachtungen für den Bereich Seeburg in der Zeit vom 21. August bis zum 21. September. Außerdem wurde ein um 4.29 Uhr über Weende hinweg ziehender Vogel via NocMig detektiert.
Grünschenkel waren am 20. August im Seeanger und am 7. September an der Geschiebesperre mit jeweils nur fünf Individuen vertreten.
Der Kampfläufer konnte bis 8. Oktober im Seeanger gesehen werden, maximal waren es 16 am 19. August im Seeanger.
Bruchwasserläufer fand man bis 27. September im Seeanger. Die Maximalzahl dieser Art war 17 am 17. August ebendort.
Waldwasserläufer gab es maximal im Fünfer-Trupp und das im Leinepolder.
Eine kleine Seltenheit bei uns stellt der Knutt da. Dieser war nur einen Tag anwesend, am 29. September im Seeanger.
Für Zwergstrandläufer, die nicht in allen Jahren so selten sind, gab es nur eine einzige Beobachtung eines jungen Exemplars am 12. September im Seeanger.
Vom Sichelstrandläufer gab es nur zwei Vögel: einmal adult am 17. August im Seeanger und am 11. und 12. September ein diesjähriges Individuum.
Die Höchstzahl Alpenstrandläufer wurde am 29. September im Seeanger mit 14 Exemplaren erreicht, was relativ mäßig ist.
Zwergmöwen konnten ab 9. September bis Ende November regelmäßig und in Trupps bis zu 4 Vögeln beobachtet werden, allesamt auf dem Seeburger See.
Im Lutteranger bei Seeburg schritten in diesem Jahr wieder mindestens vier Lachmöwenpaare zur Brut. Ob die Jungvögel schließlich flügge geworden sind, ist unklar. Ende Juli waren auf jeden Fall alle Lachmöwen von dort verschwunden. Erste Jungvögel, die aber eher nicht aus der Region stammten, wurden bereits am 3. Juli am Göttinger Kiessee gesehen. Am 7. Juli gab es zwei adulte Gäste dieser Art, die beide in Prag beringt worden waren.

Die erste diesjährige Schwarzkopfmöwe schaute ab dem 7. Juli für einige Tage am Göttinger Kiessee vorbei. Acht weitere Sichtungen von wohl ausschließlich diesjährigen Vögeln gab es mit maximal 4 Vögeln gleichzeitig am Seeburger See und der Geschiebesperre.
Häufigste Großmöwe war wieder einmal die Steppenmöwe: Rekordverdächtige 109 Exemplare waren am 24. Oktober am Seeburger See.
Silbermöwen wurden zehnmal jeweils rund um Seeburg und Hollenstedt registriert, Mittelmeermöwen hingegen achtmal und Heringsmöwen nur zweimal.
Die Baltische Heringsmöwe, eine hier seltene Unterart der Heringsmöwe zeichnet sich durch ihr schwarzes Rückengefieder, lange Flügel und eine schlanke Figur aus. Die Merkmale einer Möwe am 25. September bei stürmischem Ostwind am Seeburger See deuteten auf diese Art hin.

Seeschwalben machten sich in diesem Jahr rar. Immerhin bereicherten am 5. September zwei Raubseeschwalben die Vogelwelt des Seeburger Sees.
Nur ganze drei Sichtungen der Trauerseeschwalbe am 7. Juli über dem Göttinger Kiessee und am 30. Juli und 26. August über dem Seeburger See See nehmen sich dagegen eher ärmlich aus.
Bis zum 13. Oktober jagte eine junge Flussseeschwalbe am Seeburger See, bevor sie -hoffentlich rechtzeitig – den Absprung Richtung Süden gefunden hat.
Obwohl der Brutbestand der Ringeltaube bei uns in den letzten Jahren zugenommen hat, waren die beobachteten Durchzugszahlen im Vergleich mit dem Vorjahr nur mäßig hoch: bis zu 1.000 Vögel am Northeimer Freizeitsee und gut die Hälfte bei Deppoldshausen.
Winteransammlungen von Türkentauben beschränkten sich auf die Feldmark Geismar-Süd (20 Ind., 14. November) und die Geschiebesperre (16 Ind., 25. November)
Für die Turteltaube gab es erneut keinen Brutnachweis. Einzelne Vögel auf dem Wegzug gab es Anfang August bei Sievershausen und an der Geschiebesperre.
Obwohl Schleiereulen in den Landkreisen Göttingen und Northeim durchaus häufiger vorkommen, gab es in diesem Jahr bei ornitho.de nur Einträge für Gö-Weende und Mingerode.
Raufußkäuze wurden an der Landkreisgrenze bei Ziegenhagen und an mindestens vier verschiedenen Stellen im Hochsolling gehört.
Sperlingskäuze riefen 2025 an verschiedenen Stellen im Hochsolling, im Gillerheimer Forst und in der Ahlsburg bei der Gemeinde Moringen.
Beim Steinkauz gab es 2025 nur Beobachtungen bei Hedemünden und in einem Ortsteil der Stadt Moringen. Von erfolgreichen Bruten ist nichts bekannt.
Brutnachweise für Waldohreulen liegen vor vom NSG Großer Leinebusch, der Göttinger Nordstadt an der Theodor-Heuss-Str. und der Umgebung der Ortschaft Weper. Der traditionelle Waldohreulen-Schlafbaum (ein Lebensbaum) war schon mindestens ab dem 12. Oktober mit bis zu 5 Vögeln besetzt.

Der Wegzug von Bienenfressern findet Im Gegensatz zu ihrem Heimzug eher heimlich statt. Der Zug in zurück in die Brutgebiete wurde im letzten Sammelbericht thematisiert. Auf der Reise gen Süden wurde die Art nur einmal bemerkt mit 3 Vögeln am 20. September südlich von Barlissen.
Vom Wiedehopf liegt nur eine Beobachtung auf dem Wegzug vor, und zwar am 3. September bei Kreiensen.
Der Bestand von Neuntötern hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt und es konnten verteilt über das Berichtsgebiet etliche Brutnachweise erbracht werden. Die letzte Beobachtung der Art war bereits am 3. Oktober mit einem Jungvogel am Diemardener Berg.
Dafür konnte schon wenige Tage später (7. Oktober) bei Rollshausen der erste Raubwürger der Wintersaison entdeckt werden.
Auch Saatkrähen blieben rar: Es gab nur 16 Beobachtungen, teils von wahrscheinlich identischen Individuen. Der Abwärtstrend beim Tannenhäher setzt sich fort; die einzigen Nachweise waren eine Spätsommerbeobachtung am 15. Juli im Kaufunger Wald und eine weitere am 6. September im Solling.
Beutelmeisen-Beobachtungen auf dem Rückzug liegen vor von der Geschiebesperre, dem Denkershäuser Teich, dem Seeburger See und dem Seeanger, wo der letzte Vogel mindestens bis zum 29. Oktober ausharrte.
Eine erfreuliche Nachricht von der Mehlschwalben-Kolonie in Bursfelde: Nach den Störungen durch Gerüstbau und Malerarbeiten 2022 hat sich der Bestand weitgehend wieder erholt und erreichte 135 Bruten. Zum Vergleich: 2023 waren es noch 114 Bruten, 2024 121. Ob die Renovierungsarbeiten ursächlich für den zwischenzeitlichen Rückgang waren, bleibt offen – zumal auch die Kolonie in Gut Wellersen 2023 Einbrüche verzeichnete.
Nach 347 durchziehenden oder rastenden Heidelerchen im Vorjahr, wurden bis zum 1. November 2025 magere 30 Exemplare gezählt. Größere Trupps waren Fehlanzeige.
Bei der Bartmeise fällt die Bilanz noch schlechter aus: im Vorjahr waren es noch 244 Beobachtungen im Gegensatz zu 15 in der gleichen Jahreszeit 2025. Alle Sichtungen bis auf eine betreffen den Seeanger und eventuell immer wieder dieselben zwei Vögel. Sonst gab es nur den einen Eintrag einer Bartmeise am 26. Oktober am Göttinger Kiessee.
Von Schwanzmeisen (ssp. caudatus), der nordischen Nominatform der Art, konnten ingesamt 17 Vögel beobachtet werden. Drei von den fünf Sichtungen wurden fotografisch belegt.
Der Gelbbrauen-Laubsänger konnte 2026 zum ersten Mal in Hann. Münden nachgewiesen werden. Am 15. November hüpfte der Winzling ca. 20 Minuten äußerst agil durch einen Garten (siehe Titelbild). Ein weiterer Vogel wurde am 3. Oktober im Seeanger gesehen, leider war dieser währenddessen stumm.
Die zweite Art, mit der man in Zukunft wohl häufer rechnen kann, weil sie sich schon seit längerem von Westen her ausbreitet, ist der recht kamerascheue Seidensänger. Ab dem 9. September war er Dauergast im Seeanger. Dann ließ sich verhaltener Gesang aus dem Bereich am Biberdamm zu hören und der Vogel konnte erstmals auf ein Foto gebannt werden. Außerdem liegt ein weiterer Eintrag vom 6. November von der Geschiebesperre vor.

Größere Staren-Schlafplätze gab es im Seeanger (24. August, 8.000 Ind.), im Leinepolder 1 (8. September, 5.000 Ind.) und im Industriegebiet in Gö-Grone in einem Bambus-Gehölz (29. Oktober, 5.000 Ind.).
Mit Ringdrosseln sah es in diesem Jahr besonders mau aus: nur bis zu 4 Vögel dieser Art wurden im Bratental bei Nikolausberg gesehen und teilweise auch gehört.
76 rastende Braunkehlchen wurden aufgeschrieben, darunter auch etliche Jungvögel, die aber allesamt kaum in der Region erbrütet worden sind. Brutnachweise für 2025 liegen somit nicht vor.
45 in der Region rastende Steinschmätzer wurden registriert, was dem Durchschnitt entspricht. Die meisten davon in der letzten September-Dekade bei Eberhausen.
Beim Brachpieper waren es nur sieben Vögel. Sechs davon wurden auf der Suche nach Mornells im Süden von Göttingen in der Zeit vom 22. August bis zum 5. September aufgespürt. Einen weiteren Vogel gab es bereits am 18. August bei Nikolausberg.
Durch regelmäßige Zugplanbeobachtungen konnten fast 600 Baumpieper eingetragen werden.
Der Erstnachweis eines Waldpiepers stammt aus dem Jahr 2016. Am 11. November 2025 wurde nun um die Mittagszeit über Geismar eine automatische Tonaufnahme eines durchziehenden Vogels gemacht, bei der es sich mit aller Wahrscheinlichkeit nach auch um diese Art handelt. Vorbehaltlich der Anerkennung durch die AKNB wäre dies der zweite Nachweis dieses sibirischen Brutvogels.
Den ersten Bergpieper des Herbstes gab es bereits am 6. Oktober an der Kiesgrube Reinshof. Die meisten Beobachtungen dieser teilweise von Süden nach Norden ziehenden Art gab es wie in anderen Jahren wieder an der Geschiebesperre.
Rotkehlpieper wurden fünf mal gesehen und gehört, allesamt in den beiden ersten Dekaden des Oktobers.

Für den Feldsperling setzte sich wohl der negative Trend der vergangenen Jahre weiter fort und die Bestände sinken weiter. In unserer Region wurden 2016 im Monat Juli noch 168 Vögel (20 einzelne Einträge) gemeldet. Zum Vergleich: im Juli 2025 waren es nur noch 46 (in nur acht Einträgen bei ornitho.de). Siehe dazu auch Abbildung 10, in der bei den Beobachtungslisten fast eine Halbierung der Präsenz gegenüber den Vorjahren zu sehen ist. Die genauen Ursachen für den Rückgang sind jedoch noch immer nicht geklärt.

Mit Birkenzeisigen sieht es weiterhin nicht besonders gut aus: insgesamt wurden weniger als 100 Vögel gemeldet. Nur bei einem Eintrag wurden drei Vögel als Taigabirkenzeisige spezifiziert.
Außer der bereits im letzten Bericht erwähnten fast brutverdächtigen Grauammer im Leinepolder I, gab es nur eine weitere Beobachtung am 17. August in der Suhleaue bei Seulingen.
Vom Ortolan gab es nur drei Sichtbeobachtungen, eine im Leinepolder I bei Salderhelden, eine bei Sieboldshausen und zwei durchziehende Vögel am Diemardener Berg. Über NocMig konnten sechs nächtliche Überflüge dokumentiert werden.
Mit einem großen Dank an alle Beobachterinnen und Beobachter für 29.336 Datensätze auf ornitho.de schließt dieser Sammelbericht.
Mathias Siebner
