Die Feldlerche – Vogel des Jahres 2019 – in Süd-Niedersachsen: Vom Himmel in den Abgrund der Roten Liste

Auf einem Lesesteinhaufen steht ein kleiner, erdbraun gefärbter Vogel. Er putzt sich, mustert aufmerksam die Umgebung, sträubt ein Häubchen, und dann geschieht etwas Unglaubliches: In Spiralen steigt er, mit schnellen Flügelschlägen und unablässig tirilierend empor, immer höher, bis er nur noch als winziger Punkt am Himmel zu sehen ist. Dort oben bleibt er, immer noch singend, scheinbar unbeweglich stehen, bis es nach einigen Minuten (im Extremfall erst nach einer Stunde!) wieder abwärts geht. Die letzten Meter bis zum Boden legt er als rasantes Geschoss zurück. Nach der Landung ist er wegen seines Tarnkleids nur mit Mühe auszumachen. Weil man dieses Spektakel bereits im Februar beobachten kann, ist die weiterlesen Die Feldlerche – Vogel des Jahres 2019 – in Süd-Niedersachsen: Vom Himmel in den Abgrund der Roten Liste

Geplanter Golfplatz in Geismar: Wie “grün” ist das Green und wem gehört es?

Die ehemalige Bauschuttdeponie Geismar am südlichen Göttinger Stadtrand hat sich im Laufe der Renaturierung zu einem kleinen Naturparadies entwickelt. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses besonders stark an den Wochenenden von Erholungssuchenden und Naturfreunden genutzt wird. Besonders beliebt ist die Bank an der höchsten Stelle, die einen herrlichen Panoramablick auf die Stadt Göttingen bietet.Nachdem vor etlichen Jahren ein Golfplatz auf dem Kerstlingeröder Feld verhindert werden konnte, versucht die Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt) seit Jahren, ein ähnliches Vorhaben auf der ehemaligen Bauschuttdeponie durchzusetzen. Mitte Februar gerieten sehr konkrete Planungen für einen 9-Loch-Golfplatz ans Licht, die die GöSF an ein Rostocker Unternehmen weiterlesen Geplanter Golfplatz in Geismar: Wie “grün” ist das Green und wem gehört es?

Rotmilan: Flaggschiff mit Schlagseite

Ein Interview Der Rotmilan ist eine Charaktervogelart der offenen Kulturlandschaft und eine Art mit ganz besonderer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz. Der AGO-Mitarbeiter Gerd Brunken hat in den zurückliegenden Jahren die Brutbestände dieses eleganten Greifvogels im südlichen Niedersachsen, einem Verbreitungsschwerpunkt der Art, unter die Lupe genommen. Wir sprachen mit ihm über die Ergebnisse seiner Untersuchung. AGO: Herr Brunken, Sie haben sich in den letzten Jahren genauer mit dem Rotmilan in Süd-Niedersachsen beschäftigt. Warum gerade mit dieser Art? G. Brunken: Der Rotmilan ist eine Brutvogelart mit einem kleinen Verbreitungsareal. In Deutschland brütet über die Hälfte der Weltpopulation von insgesamt nur 20.000 bis 25.000 Brutpaaren. Unsere Region gehört zu weiterlesen Rotmilan: Flaggschiff mit Schlagseite

Die Wachtel in Süd-Niedersachsen und anderswo – Erfolgsgeschichte oder Scheinblüte?

Kommen enigmatische Vogelarten, deren Lebensweise geheimnisumwittert ist, nur in tropischen Regenwäldern oder unzugänglichen Hochtälern der Anden und des Himalaja vor? Keineswegs! Auch unsere extrem erschlossene Nutzlandschaft beherbergt einen gefiederten Leisetreter, der zwar bekannt ist, aber zumeist unsichtbar und kaum erforscht seinen Geschäften nachgeht: die Wachtel (Coturnix coturnix). Ansiedlungs- und Fortpflanzungsstrategie sowie das komplexe Migrationsverhalten dieses faszinierenden Feldbrüters werfen eine Vielzahl von Fragen auf. Verbreitung und langfristige Bestandsentwicklung Im europäischen Maßstab ist die Wachtel mit 2,8 bis 4,7 Millionen „Paaren” (BirdLife International 2004) ein häufiger Brutvogel. Das Gros der kontinentalen Population brütet jedoch in Ost- und Südeuropa. Der niedersächsische Bestand wird für das Jahr 2005 mit 800 rufenden Männchen weiterlesen Die Wachtel in Süd-Niedersachsen und anderswo – Erfolgsgeschichte oder Scheinblüte?

Ist das Rebhuhn noch zu retten, Herr Gottschalk?

Ein Interview Seit nunmehr zwei Jahren ist der Landkreis Göttingen Schauplatz eines der ehrgeizigsten Artenschutzprojekte in Deutschland. Seitdem betreibt die Biologische Schutzgemeinschaft (BSG) gemeinsam mit dem Zentrum für Naturschutz an der Uni Göttingen das sogenannte „Rebhuhnschutzprojekt“. In Kooperation mit Landwirten und Jägern soll dabei den regionalen Beständen des charismatischen Hühnervogels auf die Sprünge geholfen werden. Wir haben mit Dr. Eckhard Gottschalk vom Zentrum für Naturschutz, einem der Projektkoordinatoren, gesprochen und ihn zum Rebhuhnschutzprojekt befragt. AGO: Das Rebhuhn war bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein ein weit verbreiteter und häufiger Bewohner der offenen Kulturlandschaft. Warum braucht es heute Schutz? E. Gottschalk: Die Bestände des Rebhuhns sind in den letzten Jahrzehnten weiterlesen Ist das Rebhuhn noch zu retten, Herr Gottschalk?

Leinepolder Salzderhelden, Geschiebesperre Hollenstedt und Northeimer Kiesteiche

Zwischen Einbeck und Northeim entlang der Leine reihen sich drei Beobachtungsgebiete aneinander, die ihre günstigen Habitatstrukturen mehr oder minder heftiger menschlicher Einwirkung und Betreuung verdanken. Überregional bekannt sind sie nicht nur wegen ihrer artenreichen Brutvogelwelt, sondern auch, weil immer wieder Seltenheiten beobachtet wurden, die Vogelbeobachter aus ganz Norddeutschland ins südliche Niedersachsen lockten. Alle drei hier besprochenen Gebiete sind zu allen Jahreszeiten interessant. Leinepolder Salzderhelden Als Teil der Hochwasserschutzmaßnahmen nach den verheerenden Hochwassern der Leine bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts erfolgte ab dem Jahr 1972 die großflächige Eindeichung von insgesamt fünf Poldern zwischen Einbeck und Northeim, von denen vor allem die beiden nördlichsten (Polder I und II) vogelkundlich interessant weiterlesen Leinepolder Salzderhelden, Geschiebesperre Hollenstedt und Northeimer Kiesteiche

Kiessee Göttingen, Kiesgrube Reinshof und Feldmark Göttingen Geismar

Göttingen wird im Norden und Westen von Schnellstraßen in Kombination mit intensiv bewirtschafteten Agrarflächen eingeschnürt. Im Osten grenzt die Stadt an den Göttinger Wald. Im Süden geht der Siedlungsbereich noch vergleichsweise harmonisch in die offene Landschaft über. Obwohl “Normallandschaft pur” weist der Göttinger Süden eine Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume auf. Knapp 240 Vogelarten wurden bislang im Süden Göttingens nachgewiesen. Diese für einen winzigen Ausschnitt des niedersächsischen Berglands bemerkenswert hohe Zahl zeigt keineswegs eine besondere Attraktivität für Vögel aller Art an, sondern beruht in hohem Maße auf dem engagierten Einsatz lokaler Beobachter. Diese können sich als Bewohner einer Universitätsstadt in einer naturkundlichen Tradition bewegen, die bis zum Ende des 18. weiterlesen Kiessee Göttingen, Kiesgrube Reinshof und Feldmark Göttingen Geismar