Der Habicht – Vogel des Jahres 2015 – in Süd-Niedersachsen: alles andere als ein Kuscheltier

Mit dem Habicht (Accipiter gentilis) hat der NABU eine gute Wahl getroffen. Nach dem Kormoran, Vogel des Jahres 2010, steht erneut eine Vogelart im Blickfeld der Öffentlichkeit, der Naturnutzer immer noch mit blankem Hass begegnen. Im Unterschied zu Kormoran, Rabenkrähe und Elster, für die vom Gesetzgeber unter enormem Lobbydruck großzügige Abschussregelungen festgeschrieben wurden, findet das Töten von Habichten und anderen Greifvogelarten zumeist im Verborgenen statt und wird von den Protagonisten nicht an die große Glocke gehängt. Gleichwohl geraten, nicht zuletzt durch die Aufklärungsarbeit von Organisationen wie dem „Komitee gegen den Vogelmord“ erschreckend viele Fälle illegaler Nachstellungen ans Licht. Man kann nur hoffen, dass – mit dem Habicht als weiterlesen Der Habicht – Vogel des Jahres 2015 – in Süd-Niedersachsen: alles andere als ein Kuscheltier

Raues Klima macht rauen Füßen Beine

Der Raufußbussard (Buteo lagopus) ist ein vereinzelter Wintergast und Durchzügler in Südniedersachsen und wird nicht alljährlich nachgewiesen. Im vergangenen Kältewinter 2010 kam es jedoch nach 1977 und 1987 erneut zu einem regelrechten Einflug dieses im Gegensatz zum Mäusebussard fast anmutigen Greifvogels, dessen Brutgebiete in den Tundrazonen rund um den Polarkreis liegen. Die hohen Schneelagen in den regulären Überwinterungsgebieten der norddeutschen Tiefebene und den Niederungen des östlichen Mitteleuropas dürften die Tiere veranlasst haben, diese zu verlassen und nach Süden auszuweichen. Die erste Beobachtung eines Raufußbussards in Südniedersachsen gelang bereits im November 2009. Im Februar 2010 stieg die Zahl der Beobachtungen dann drastisch an und kulminierte in der zweiten Monatshälfte. weiterlesen Raues Klima macht rauen Füßen Beine

Rotmilan: Flaggschiff mit Schlagseite

Ein Interview Der Rotmilan ist eine Charaktervogelart der offenen Kulturlandschaft und eine Art mit ganz besonderer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz. Der AGO-Mitarbeiter Gerd Brunken hat in den zurückliegenden Jahren die Brutbestände dieses eleganten Greifvogels im südlichen Niedersachsen, einem Verbreitungsschwerpunkt der Art, unter die Lupe genommen. Wir sprachen mit ihm über die Ergebnisse seiner Untersuchung. AGO: Herr Brunken, Sie haben sich in den letzten Jahren genauer mit dem Rotmilan in Süd-Niedersachsen beschäftigt. Warum gerade mit dieser Art? G. Brunken: Der Rotmilan ist eine Brutvogelart mit einem kleinen Verbreitungsareal. In Deutschland brütet über die Hälfte der Weltpopulation von insgesamt nur 20.000 bis 25.000 Brutpaaren. Unsere Region gehört zu weiterlesen Rotmilan: Flaggschiff mit Schlagseite

Weiß der Geier!

Noch beeindruckender als der Anblick des Riesenvogels ist die geballte Ignoranz der herbeigeeilten Experten. Von einem auf einheimische Beute geeichten Jäger oder einer bodenständigen Bauernfamilie kann man kaum erwarten, dass sie den exotischen Dachbesucher auf Artniveau bestimmen. Anders verhält es sich mit dem Betreiber des Harzer Falkenhofs und dem medienbewussten Rüdershausener Vogelpfleger, der sich bislang vor allem mit einem gescheiterten Steinkauz-Wiederansiedlungsprojekt hervorgetan hat. Sie hätten nach kurzem Studium der Fachliteratur herausbekommen können, dass es sich weder um einen Gänse- noch Himalayageier, sondern zweifelsfrei um einen Sperbergeier handelt. Diese Greifvogelart brütet in Afrika südlich der Sahara. Einzelvögel tauchen seit ein paar Jahren in südspanischen Gänsegeier-Kolonien auf bzw. werden auf weiterlesen Weiß der Geier!

Im Aufwind – Seeadler in Süd-Niedersachsen

Der Morgen des 20. Februar 2007 war trüb, prominenter Gastbeobachterbesuch aus der Bundeshauptstadt versprach jedoch Licht am Ende der Göttinger Wintersackgasse. Ein Seeadler, der am Rand des wiedervernässten Seeangers auf einem Weidezaunpfahl saß, erhellte dann auch sogleich die Gemüter. Der Vogel ließ sich anhand der Gefiedermerkmale als vorjährig bestimmen und war nicht beringt (s. Foto). Er fraß mehrfach am Boden und flog kurze Strecken umher, um dann in einem abgestorbenen Baum zu rasten. Dörrie (2000) stuft den Seeadler in Süd-Niedersachsen noch als seltenen Wintergast ein und nennt von 1984 bis Anfang der 90er Jahre lediglich fünf bis sechs Nachweise (verweist allerdings auf die Unvollständigkeit der Aufstellung). Aus der weiterlesen Im Aufwind – Seeadler in Süd-Niedersachsen

Turmfalken in Göttingen

Die Wahl des Turmfalken zum „Vogel des Jahres 2007“ bietet einen willkommenen Anlass, die Naturgeschichte dieses Greifvogels in unserer Stadt zu skizzieren. Einst… Auf der Sympathieskala der gefiederten Beutegreifer nahm Falco tinnunculus immer schon eine gewisse Sonderstellung ein. Vom verbreiteten Hass auf Greifvögel war er weniger betroffen als seine Verwandten. Die ornithologischen Altmeister des 19. Jahrhunderts verteidigten diesen „liebenswürdigsten Falken“ (A.E. Brehm) als „nützlichen“ Mäusejäger, den es uneingeschränkt zu schützen gelte. Gleichwohl wurde er bis ins zweite Drittel des 20. Jahrhunderts vom Menschen verfolgt. Dabei kam den letalen Verwechslungen mit dem „schädlichen“ Sperber eine besondere Bedeutung zu. Auch das beliebte Ausschießen von Krähennestern hat so mancher Falkenbrut den weiterlesen Turmfalken in Göttingen