Rotmilan: Flaggschiff mit Schlagseite

Ein Interview Der Rotmilan ist eine Charaktervogelart der offenen Kulturlandschaft und eine Art mit ganz besonderer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz. Der AGO-Mitarbeiter Gerd Brunken hat in den zurückliegenden Jahren die Brutbestände dieses eleganten Greifvogels im südlichen Niedersachsen, einem Verbreitungsschwerpunkt der Art, unter die Lupe genommen. Wir sprachen mit ihm über die Ergebnisse seiner Untersuchung. AGO: Herr Brunken, Sie haben sich in den letzten Jahren genauer mit dem Rotmilan in Süd-Niedersachsen beschäftigt. Warum gerade mit dieser Art? G. Brunken: Der Rotmilan ist eine Brutvogelart mit einem kleinen Verbreitungsareal. In Deutschland brütet über die Hälfte der Weltpopulation von insgesamt nur 20.000 bis 25.000 Brutpaaren. Unsere Region gehört zu Rotmilan: Flaggschiff mit Schlagseite weiterlesen

Neues von unerwünschten Fischfressern und pelzigen Neubürgern

Was im milden Winter 2006 begonnen hatte, setzte sich im Folgejahr 2007 fort: Kormorane richten sich außerhalb der Brutzeit vermehrt am Göttinger Kiessee ein und weißeln mit ihrem Kot die Bäume auf der kleinen Insel. In den Vorjahren traten sie in Göttingen zumeist erst nach dem Zufrieren der Stillgewässer und eher spärlich in Erscheinung, vor allem an der Leine zwischen Sandweg und Rosdorfer Weg sowie nahe der Stegemühle.Im November 2007 stiegen die Zahlen wiederum auf bis zu 55 Individuen. Die Herausbildung einer Rast- und Überwinterungstradition an der Peripherie des städtischen Siedlungsbereichs könnte mit den steigenden Abschüssen an Werra und Rhume zusammenhängen, die allein im Jahr 2005 57 Kormoranen Neues von unerwünschten Fischfressern und pelzigen Neubürgern weiterlesen

Das Futterhäuschen – eine Kathedrale des Vogelschutzes?

Mit dem Buch „Vögel füttern – aber richtig“ (Franck-Kosmos Verlag, Stuttgart 2006) haben Peter Berthold und Gabriele Mohr einen Ratgeber vorgelegt, der für ein zumindest in Deutschland völlig neues Verständnis der Vogelfütterung wirbt.* In den einleitenden Kapiteln des Buches beschreiben die beiden Autoren das Ausgangsszenario ihrer Überlegungen präzise und korrekt. Die Rote Liste gefährdeter Brutvögel wird immer länger. Mehr und mehr vermeintliche Allerweltsarten bevölkern wegen starker Bestandsrückgänge die Vorwarnliste zukünftiger RL-Kandidaten. Besonders betroffen sind Charakterarten des offenen und halboffenen Kulturlandes (darunter zahlreiche Weitstreckenzieher) sowie einige synanthrope Vertreter der Vogelwelt des Siedlungsbereichs. Hauptursache und Motor dieser bedrückenden Entwicklung ist die industrialisierte und chemisierte Landwirtschaft, die unter anderem den Verlust Das Futterhäuschen – eine Kathedrale des Vogelschutzes? weiterlesen