Der Gartenrotschwanz – Vogel des Jahres 2011 – in Süd-Niedersachsen: eine urbane Randexistenz mit hohen Ansprüchen

Hätte der NABU nach dem gefiederten Angler-Hassobjekt Kormoran (vgl. den Beitrag vom 25.10.2009 auf dieser Homepage) die ähnlich unpopuläre Elster zum „Vogel des Jahres 2011“ küren sollen? Das wäre wohl etwas zuviel verlangt von einem Verband, dem in der Mehrheit gutherzige BeitragszahlerInnen angehören, die ihre Symbiose mit den gefiederten Freunden ohne Ausschüttung von Stresshormonen genießen möchten. Deshalb ist die Wahl eines hübschen Singvogels, an dem sich niemand stört, durchaus nachvollziehbar. Zudem ist der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) aus fachlicher Sicht eine interessante Vogelart, deren Populationsdynamik (auch) in unserer Region viele Fragen aufwirft. Bestand und Bestandsentwicklung Der aktuelle Brutzeitbestand unseres Porträtvogels kann in Süd-Niedersachsen (Landkreise Göttingen und Northeim) auf der weiterlesen Der Gartenrotschwanz – Vogel des Jahres 2011 – in Süd-Niedersachsen: eine urbane Randexistenz mit hohen Ansprüchen

Wo bleiben sie denn? Seidenschwänze, bitte melden!

Göttingen ist nicht nur eine quirlige Universitätsstadt, sondern – Kundige wissen es bereits – auch die Seidenschwanz-Metropole Süd-Niedersachsens. Seit dem Jahr 2000 haben die regionalen Nachweise dieses faszinierenden Gastvogels deutlich zugenommen. Grund dafür ist, neben gestiegener Aufmerksamkeit, das reiche Nahrungsangebot. Im Spätwinter werden von den gefräßigen Invasoren vor allem Mistelbeeren verspeist. Die Früchte dieses Halbparasiten gedeihen zu einem Gutteil auf Hybridpappeln, deren Zahl in unserer Stadt jedoch nach planmäßig betriebenen Fällaktionen deutlich kleiner geworden ist. Dessen ungeachtet beherbergte Göttingen während des beeindruckenden Einflugs im Winter 2004/2005, der in Band 10 der Naturkundlichen Berichte zur Fauna und Flora Süd-Niedersachsens ausführlich gewürdigt wird (Dörrie 2005) Trupps von bis zu 500 weiterlesen Wo bleiben sie denn? Seidenschwänze, bitte melden!