Der Winter 2009/2010 oder: Wenn Niedersachsens südlicher Zipfel zum Eiszapfen gefriert

Der Januar 2010 war der wärmste oder zweitwärmste seit Beginn meteorologischer Aufzeichnungen (WetterOnline-Forum vom 5.2.). Wie bitte? Durchgeknallt, oder was? Von wegen: Global betrachtet trifft diese für unsere Breiten grotesk anmutende Aussage durchaus zu. Das pazifische Wetterphänomen “El Niño” drückte sich in einer starken Erwärmung des Meerwassers aus, während sich gleichzeitig als Antipode ein zähes Kältetief über dem Nordatlantik festsetzte. Auf der südlichen Halbkugel war es mithin viel zu warm, auf der nördlichen dagegen saukalt. Wenn man die extremen Temperaturunterschiede zum Jahresbeginn 2010 wie in einem Cocktailschwenker schüttelt (oder verrührt, das ist in diesem Fall egal!), kommt als Ergebnis ein Global-Durchschnittswert heraus, der über dem langjährigen Mittel liegt. weiterlesen Der Winter 2009/2010 oder: Wenn Niedersachsens südlicher Zipfel zum Eiszapfen gefriert

Vom Leben und Sterben in Eis und Schnee – der Winter 2009 in Süd-Niedersachsen

Der Winter 2009 war einer der härtesten der jüngeren Regionalgeschichte und machte den südlichen Landeszipfel zum Kältepol Niedersachsens. Zwar fiel er nicht besonders schneereich aus, doch sorgte eine ab dem 31.12.2008 über 15 Tage anhaltende Periode strengen Dauerfrosts mit Nachttemperaturen von bis zu – 24°C dafür, dass sogar die Leine stellenweise zugefroren war. Die Geschiebesperre Hollenstedt war bis auf das schmale Flussbett mit einem dicken Eispanzer bedeckt, ebenso alle Stillgewässer. Am Göttinger Kiessee blieben wegen des Leine-Zulaufs selbst auf dem Höhepunkt der Kältewelle noch ca. 250 m² eisfrei und ermöglichten damit einigen Wasservögeln das Überleben.Mit Sicherheit war dieser Kältewinter, trotz langsam steigender Jahresdurchschnittstemperaturen, aber nicht der letzte und weiterlesen Vom Leben und Sterben in Eis und Schnee – der Winter 2009 in Süd-Niedersachsen

Trockene Daten aus der Nasszelle – der Vogelwinter in Süd-Niedersachsen, November 2007 bis Februar 2008

Während der November normal ausfiel und der Dezember sich eher kalt zeigte, waren Januar und Februar, wieder einmal, überdurchschnittlich warm. Niederschläge fielen, zumeist als Regen, in allen vier Monaten in teils enormen Mengen vom Himmel. Im Leinepolder Salzderhelden konnte man deshalb fast schon von einem Daueranstau sprechen. Ein diesjähriger Prachttaucher war vom 8. bis 16.12. Starvogel des Göttinger Kiessees (Foto: Mathias Siebner). Am 17.2. flog aus einem Entwässerungsgraben am Seeanger eine Rohrdommel vor einem Kartierer auf, der eigentlich auf der Suche nach Rebhühnern war. Ende Januar stieg die Zahl überwinternder Silberreiher auf über 60 Individuen. Ein Vogel verbrachte die Wintermonate am Göttinger Kiessee und entwickelte recht schnell, nach weiterlesen Trockene Daten aus der Nasszelle – der Vogelwinter in Süd-Niedersachsen, November 2007 bis Februar 2008

Winter adé – Ornithologischer Winterabschlussbericht 2006/07

Die sich fortsetzende milde Witterung im Winter 2006/2007 – von einigen wenigen Frosttagen einmal abgesehen – ließ die Überwinterungen der im letzten Bericht bereits genannten Langstreckenzieher erfolgreich verlaufen. Die beiden Weißstörche und der Flussuferläufer konnten durchgehend bis Ende März an der Geschiebesperre Hollenstedt und im Leinepolder Salzderhelden beobachtet werden. Einer der Weißstörche entstammte allerdings dem Schweizer Wiederansiedlungsprojekt mit Vögeln, denen der Zugtrieb systematisch abgewöhnt wurde. Er hatte 2006 im nahegelegenen Gronau/Leine einen Brutversuch unternommen. Von der Mönchsgrasmücke liegen weitere drei und von der Singdrossel eine weitere Winterbeobachtung vor. Sommergoldhähnchen scheinen in bisher nie beobachteter Zahl ausgeharrt zu haben, denn bereits am 22. Februar sangen allein entlang der Hesse-Straße weiterlesen Winter adé – Ornithologischer Winterabschlussbericht 2006/07

Besondere Beobachtungen aus Herbst und Winter 2006

Das Jahr 2006 klang in ornithologischer Hinsicht recht ruhig aus. Die außergewöhnlich milde Witterung in den letzten Monaten des Jahres ließ kaum Zugdynamik entstehen, so dass einige regelmäßige Wintergäste entweder ganz ausblieben oder nur in geringeren Zahlen die Region erreichten. Gleichzeitig veranlassten die hohen Temperaturen einige Zugvögel zum Ausharren. Aber der Reihe nach: Mitte September beehrte der zweite Seidenreiher des Jahres die Northeimer Kiesteiche und ein junger Mornellregenpfeifer rannte über die plateauartigen Äcker bei Wolbrechtshausen. Der im letzten Bericht beklagte schwache Durchzug des Fischadlers normalisierte sich in der zweiten Septemberhälfte. Auffällig war, dass die Vögel bei der Jagd im Seeanger erfolgreicher waren als am benachbarten Seeburger See. Der weiterlesen Besondere Beobachtungen aus Herbst und Winter 2006