Heimzug und Brutzeit – März bis Juni 2013 – in Süd-Niedersachsen: Kalamitäten am laufenden Band

Der außergewöhnlich kalte „Märzwinter“, der in der Region einen spektakulären Zugstau verursacht hatte, ist auf dieser Seite bereits gesondert dargestellt worden. Ihm folgte ein kühler und weithin trockener April. Der Mai fiel, besonders in seiner zweiten Hälfte, äußerst unangenehm aus dem Rahmen. Mit 149 l/m² war er der zweitnasseste seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen 1927, mit nur 111 Sonnenstunden recht dunkel und mit einer mittleren Temperatur von 11,6°C kühler als normal. Nach dem „Märzwinter“ also ein „Novembermai“. Für die Vogelwelt besonders gravierend waren zwei Schlechtwetterperioden – mit Dauerregen und Tageshöchsttemperaturen zeitweise im einstelligen Bereich – in der Monatsmitte und, für eine quälend lange Woche, in der letzten Dekade. weiterlesen Heimzug und Brutzeit – März bis Juni 2013 – in Süd-Niedersachsen: Kalamitäten am laufenden Band

Vögel im Stau – nur auf Kaffeepause in der südniedersächsischen Schneewehe?

In Massen trompetende Kraniche, handzahme Feldlerchen, Limikolenschwärme wie im Wattenmeer – manch einem Naturfreund erschienen die südniedersächsischen Feuchtgebiete im März 2013 wie Paradiese, die man sonst nur aus Filmen kennt. Doch die extremen Wetterbedingungen stellten für die meisten Vögel eine Notsituation dar, die sie bei Strafe des Untergangs zu meistern hatten. Auch für empfindsamere Naturen unter den heimischen Avifaunisten, die den kälte- und schneegestressten Mitgeschöpfen nur noch die Daumen drücken konnten, war die wochenlange Kälteperiode alles andere als erquicklich. Kurz nach dem meteorologischen Frühlingsanfang ließen milde Temperaturen über 10 Grad den Winter schon in Vergessenheit geraten. Doch was dann aus nordöstlicher Richtung an kalter Polarluft bis weit ins weiterlesen Vögel im Stau – nur auf Kaffeepause in der südniedersächsischen Schneewehe?

Grau in grau – der Vogelwinter 2012/2013 in Süd-Niedersachsen

„Gott! Welch Dunkel hier“ singt der edle Florestan in Beethovens Oper „Fidelio“. Und seit jeher witzeln respektlose Spötter, dass ihm diese Widrigkeit in zwei Jahren unterirdischer Kerkerhaft auch schon früher hätte auffallen können. Die triste Realität des vergangenen Winters hingegen entzieht sich jeder abgeschmackten Sottise: Mit gerade mal 80 Sonnenstunden von Dezember bis Februar war er der dunkelste seit 86 Jahren.Einem frühen Kälteeinbruch mit Schneefall Anfang Dezember folgte, ein frühlingshaftes Intermezzo zum Ende des Monats inbegriffen, bis in den Ausklang des Februars mäßig kaltes Winterwetter, das einige Stillgewässer zumindest phasenweise zufrieren ließ. Verglichen mit den letzten Jahren gestalteten sich die Überlebenschancen für Eisvogel und Co. aber deutlich besser. weiterlesen Grau in grau – der Vogelwinter 2012/2013 in Süd-Niedersachsen

Späte Brutzeit und Wegzug 2012: Von Juli bis November ging es eher beschaulich zu

Bis auf einen, mit Nachtfrösten bis zu -5,3°C, ungewöhnlichen Kälteeinbruch zum Ende eines ansonsten ungewöhnlich goldenen Oktobers, hatte das Wetter im Berichtszeitraum wenig zu bieten: Keine Stürme, keine Überschwemmungen, keine Hitzerekorde, nichts dergleichen. Deshalb können wir uns ohne weiteres Vorgeplänkel den Vögeln zuwenden. In einer Gruppe von zunächst drei, später vier adulten Singschwänen, die Ende Oktober an der Geschiebesperre Hollenstedt eintrafen, befand sich ein 2011 in Lettland mit einer blauen Halsmanschette (2E 94) markierter Vogel. Bereits im Herbst 2010 konnten dort zwei Ind. aus dem lettischen Projekt ausgemacht werden. Wenn überhaupt, lassen sich Vertreter der seltenen Waldsaatgans in unserer Region nur in ausgeprägten Kältewintern mit hoher Schneelage blicken. weiterlesen Späte Brutzeit und Wegzug 2012: Von Juli bis November ging es eher beschaulich zu

Warum in die Ferne schweifen? Wir fliegen doch so nah! Heimzug und Brutzeit 2012 in Süd-Niedersachsen

Das Wetter in den Monaten März bis Juni wies keine erwähnenswerten Besonderheiten auf. Mal war es zu kühl, mal zu warm, mal zu trocken, oft zu nass, das Übliche halt. Deshalb können wir ohne Umschweife ins volle Vogelleben der Landkreise Göttingen und Northeim greifen und hoffen, dass die geneigte Leserschaft daraus einen wie immer gearteten Nutzen zieht. Es gibt eine Menge zu berichten! In Göttingen schritten drei Paare des Höckerschwans zur Brut: Im Levin-Park (sechs Junge), im Rückhaltebecken Grone (neun Junge, darunter fünf weiße Ind. der immutabilis-Variation) und am Kiessee (vier Junge). Drei von sechs Jungen eines Brutpaares am Seeanger waren ebenfalls reinweiß. Die Zahl der Jungen des weiterlesen Warum in die Ferne schweifen? Wir fliegen doch so nah! Heimzug und Brutzeit 2012 in Süd-Niedersachsen

Der Vogelwinter Dezember 2011 bis Februar 2012 in Süd-Niedersachsen – ein Kontrastprogramm in zwei Akten

Das Jahr 2011 ging mit einem ungewöhnlich milden Dezember zu Ende. Diesem folgte ein weithin ebenso milder Januar 2012. Zum Ende des Monats setzte jedoch eine ca. dreiwöchige Periode klirrenden Dauerfrosts ein, die in Windeseile alle Stillgewässer zum Zufrieren brachte, die großen und tiefen Kiesgruben eingeschlossen. Die Februartemperaturen lagen 3 bis 5°C unter dem langjährigen Mittel. Damit war dieser Monat der kälteste seiner Art seit 26 Jahren. Von der Vereisung waren auch große Wasserflächen im Leinepolder Salzderhelden betroffen, die nach einem Anstau Anfang Januar entstanden waren und auch wegen ihres reichen Angebots an ertrunkenen Kleinsäugern eine Attraktion für viele Vögel darstellten. Nennenswerter Zuzug überwinternder Höckerschwäne erfolgte erst nach weiterlesen Der Vogelwinter Dezember 2011 bis Februar 2012 in Süd-Niedersachsen – ein Kontrastprogramm in zwei Akten

Es herrscht Ruhe im Land – Wegzug und späte Bruten 2011 in Süd-Niedersachsen

Nach einem vergleichsweise kühlen und regenreichen Sommer zeigte sich der Herbst, insbesondere der November, von einer außergewöhnlich trockenen (und an vielen Tagen nebligen) Seite. Die Wegzugaktivitäten der meisten Vögel verliefen von Juli bis November ziemlich ereignisarm bzw. wurden von vielen Beobachter/innen so wahrgenommen. Schmale Kost kann jedoch sehr gesund sein, vor allem für Übersättigte mit Entschlackungsbedarf. Wer die folgende Auflistung hinter sich gebracht hat, wird vielleicht, allen Mäkeleien zum Trotz, zu dem Schluss gelangen, dass auch dieser seltsame Herbst etliche Besonderheiten bereitgehalten hat, die einer Mitteilung wert sind. Ab dem Spätherbst traten an der Geschiebesperre Hollenstedt und im Göttinger Süden einzelne Weißwangengänse mit langer Verweildauer in Erscheinung, im weiterlesen Es herrscht Ruhe im Land – Wegzug und späte Bruten 2011 in Süd-Niedersachsen

Heimzug und Brutzeit 2011 – vogelkundliche Neuigkeiten aus einem denkwürdigen Frühjahr

Der Mai 2010 ist als einer der kältesten seit Menschengedenken in die Annalen eingegangen. Auch dem Mai 2011 wird dies gelingen, allerdings unter umgekehrtem Vorzeichen: Er war einer der wärmsten und trockensten. Führten vor einem Jahr Nässe, Kälte und Insektenarmut zum Scheitern vieler Kleinvogelbruten, sah es im Frühjahr 2011 ganz anders aus. Für unsere Insektenfresser und ihren Nachwuchs war diesmal Überfluss angesagt. Für Feuchtgebietsarten und am Boden nach Würmern stochernde Vögel geriet die Trockenheit jedoch zum Nachteil. Auch der flächendeckende Kollaps von Mäusepopulationen, der mit dem Wetter nur bedingt zu tun hatte, forderte bei einigen Arten seinen Tribut. Aber der Reihe nach. Im Göttinger Stadtgebiet schritten drei Brutpaare weiterlesen Heimzug und Brutzeit 2011 – vogelkundliche Neuigkeiten aus einem denkwürdigen Frühjahr

Temperaturen auf der Achterbahn – der Vogelwinter 2010/2011 in Süd-Niedersachsen

March 14th, 2011 Der dritte Kältewinter in Folge setzte bereits Ende November mit einem massiven Kälteeinbruch und heftigen Schneefällen ein. Mit 30 Frosttagen und bis zu 40 cm Schneehöhe auch in den Tieflagen war der Dezember 2010 der kälteste und schneereichste seit 40 Jahren. Der Januar hingegen zeichnete sich im wesentlichen durch milde Temperaturen aus und war vermutlich wieder mal „zu warm“. Das Tauwetter zum Monatsanfang brachte Hochwasser und einen Volleinstau des Leinepolders Salzderhelden. Im Februar lösten sich kalte und milde Perioden ab. Mäßiger Nachtfrost sorgte dafür, dass Anfang März viele Stillgewässer noch ganz oder teilweise zugefroren waren. Mit bis zu 90 Ind. lag der Winterbestand des Höckerschwans weiterlesen Temperaturen auf der Achterbahn – der Vogelwinter 2010/2011 in Süd-Niedersachsen

Brutzeit II und Wegzug 2010 – vogelkundliche Neuigkeiten aus Niedersachsens Boomregion mit Herz!

Weil dieser Bericht ziemlich umfangreich ausfällt, verzichten wir auf ergötzliche Präliminarien und kommen gleich zur Sache. Die Höckerschwan-Brutpaare am Rückhaltebecken Grone und an der alten Rosdorfer Tongrube brachten sechs bzw. fünf Junge zum Ausfliegen. Die Rosdorfer Jungschwäne waren alle von Geburt an weiß gefärbt (sog. immutabilis-Variation). Die anderen drei Göttinger Schwanenpaare (Kiessee, Pfingstanger und Levin-Park) blieben ohne Nachwuchs. Eine für das tiefe Binnenland verdächtig frühe Ringelgans schwamm am 17.10. an der Geschiebesperre Hollenstedt. Herkunft und Unterarten-Status dieses Vogels müssen offen bleiben. Im Leinetal zwischen dem Wendebachstau bei Reinhausen und der Geschiebesperre Hollenstedt flog ab Mitte September eine Kanadagans umher. Diese Gänseart ist, anders als in West- und Süddeutschland, weiterlesen Brutzeit II und Wegzug 2010 – vogelkundliche Neuigkeiten aus Niedersachsens Boomregion mit Herz!

Heimzug und Brutzeit 2010 – wer besteht den Härtetest?

Nach einem extrem harten und langen Winter wartete das Wetter mit weiteren Kapriolen auf. Während der April warm und viel zu trocken war, lag die durchschnittliche Maitemperatur in Göttingen um 1,5°C unter dem langjährigen Mittel. Die erste Hälfte des Wonnemonats fiel sogar noch kühler aus und war zudem von überdurchschnittlich hohen Niederschlägen und einem außergewöhnlichen Defizit an Sonnentagen geprägt. Bundesweit war der Mai 2010 der kälteste seit 1991 und einer der kältesten seit Beginn systematischer Wetteraufzeichnungen. Der Juni hingegen zeigte sich bis dato, die übliche Schafskälte eingeschlossen, von einer etwas wärmeren Seite.Der Erfolg vieler Singvogelarten tendierte im Mai bei den Erstbruten gegen Null. In den meisten von hungrigem weiterlesen Heimzug und Brutzeit 2010 – wer besteht den Härtetest?

Der Winter 2009/2010 oder: Wenn Niedersachsens südlicher Zipfel zum Eiszapfen gefriert

Der Januar 2010 war der wärmste oder zweitwärmste seit Beginn meteorologischer Aufzeichnungen (WetterOnline-Forum vom 5.2.). Wie bitte? Durchgeknallt, oder was? Von wegen: Global betrachtet trifft diese für unsere Breiten grotesk anmutende Aussage durchaus zu. Das pazifische Wetterphänomen “El Niño” drückte sich in einer starken Erwärmung des Meerwassers aus, während sich gleichzeitig als Antipode ein zähes Kältetief über dem Nordatlantik festsetzte. Auf der südlichen Halbkugel war es mithin viel zu warm, auf der nördlichen dagegen saukalt. Wenn man die extremen Temperaturunterschiede zum Jahresbeginn 2010 wie in einem Cocktailschwenker schüttelt (oder verrührt, das ist in diesem Fall egal!), kommt als Ergebnis ein Global-Durchschnittswert heraus, der über dem langjährigen Mittel liegt. weiterlesen Der Winter 2009/2010 oder: Wenn Niedersachsens südlicher Zipfel zum Eiszapfen gefriert